Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt



[20.05.2005] Als mediales Grossereignis wurde der Pfingst-Gottesdienst mit der Ruhesetzung von Stammapostel Richard Fehr und der Ordination des neuen Kirchenoberhauptes und Stammapostels Wilhelm Leber angekündigt, ein innerkirchlich grosses mediales Ereignis war es dann tatsächlich auch. Der Fest-Gottesdienst wurde wie berichtet via Satellit in über 8'000 neuapostolische Gemeinden in 69 Ländern übertragen. Auch auf neuapostolischen oder der neuapostolischen Kirche nahestehenden Internetauftritten nahm die Berichterstattung über dieses spezielle Ereignis breiten Raum ein.
Auch die renommierte FAZ berichtet
In Medien ausserhalb der neuapostolischen Kirche fand der Stammapostel-Wechsel durchaus auch Beachtung: Die renommierte FAZ (Frankfurter Allgemeine Zeitung) sowie der ORF (Österreichisches Fernsehen) berichteten nebst einigen kommunal oder regional verbreiteten Printmedien über das für uns neuapostolische Gläubige sehr wichtige Ereignis. In Zambia und im Kongo wurde dieser Pfingst-Gottesdienst sogar live im staatlichen Fernsehen übertragen.
Trotzdem in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen
Wer jedoch als neuapostolischer Gläubiger mit Freunden und Nachbarn spricht und die Medienwelt etwas genauer betrachtet, stellt trotzdem unschwer fest: Der Stammapostel-Wechsel wurde in den deutschsprachigen Medien und damit auch in der deutschsprachigen Öffentlichkeit trotz dieser Berichterstattung kaum wahrgenommen!
Vergleich mit der Papstwahl völlig unzulässig
Sich als Mitglied unserer Kirche wegen des mangelnden öffentlichen Interesses Sorgen zu machen, wäre jedoch falsch; Vergleiche mit der medialen Präsenz bei der kürzlich erfolgten Papstwahl anzustellen sogar völlig unzulässig, auch wenn der Stammapostel-Wechsel für uns Neuapostolische einen ebenso hohen Stellenwert hat.
Fakten sprechen gegen hohe Medienpräsenz
Medien beurteilen nicht einfach nur den emotionalen Stellenwert eines Ereignisses bei einer Gruppe von Menschen wie z.B. den neuapostolischen Gläubigen, sondern beurteilen mögliche Themen durch Fragestellungen wie z.B. 'Wofür interessiert sich die Mehrheit der Leser, womit kann die Auflage gesteigert werden?' Diese (und andere ) Fragen muss sich jeder Medienschaffende tagtäglich stellen - und die Antworten beeinflussen unmittelbar sein Handeln.
Es ist daher nicht so, dass die Medien die NAK nicht 'mögen', vielmehr sind es Fakten, die gegen eine weitergehende Berichterstattung sprechen, nämlich:
Fakt 1: Die Mitglieder der Neuapostolischen Kirche machen nur etwa 0.4% der Bevölkerung aus (Zahlen bezogen auf Schweiz und Deutschland) und stellen daher als Zielpublikum zu wenige potentielle Leser.
Fakt 2: Die Neuapostolische Kirche verursacht keine Schlagzeilen, für die sich viele Leser interessieren könnten (oder sich gar sensationsgierig darauf stürzen würden).
Fakt 3: Sowohl Medienschaffende wie auch Leser/Zuschauer wissen wenig bis nichts über die Besonderheiten unseres Glaubens und unserer Kirche. Das erschwert die Berichterstattung unter anderem dahingehend, dass aufwändigere Recherchen erforderlich sind und auch der Leser in vielen Bereichen zusätzlichen Erklärungsbedarf hat. Mangelndes Wissen, fehlende Zeit oder auch wenig Interesse am Thema führen dann dazu, dass in Berichten wie der weiter oben erwähnten Sendung des ORF als einziges erwähnenswerte Merkmal der NAK gerade mal 'das Fehlen von Vorschriften für den Gebrauch von Verhütungsmitteln' zum Vorschein kommt.
Legt man diese Fakten (und allenfalls weitere) auf den Tisch, war die nationale oder gar internationale Medienpräsenz beim Stammapostel-Wechsel wohl bereits das Maximum, was realistisch erwartet werden konnte.
Lokalpresse zu wenig gezielt involviert?
Nach Einschätzung des Verfassers wäre lediglich bei der Lokalpresse eine höhere Präsenz erreichbar gewesen, vor allem in Regionen und Gemeinden, wo eine neuapostolische Kirche steht. Jedoch wurden nach den mir vorliegenden Informationen auch die Redaktionen dieser regionalen und kommunalen Zeitungen nur mit zentral verschickten, pseudo-regionalisierten, inhaltlich aber überall gleichlautenden Presse-Informationen versorgt.
Hätte man hier vorhandene persönliche Kontakte und Beziehungen der regionalen Öffentlichkeitsmitarbeiter genutzt und individuelles Pressematerial eingesetzt, das auch tatsächlich auf die lokalen Gegebenheiten oder Besonderheiten der jeweiligen Gemeinde Bezug nimmt, wäre wohl die eine und andere Redaktion bereit gewesen, im Lokalteil über die neuapostolische Kirchgemeinde vor Ort und gleichzeitig auch noch über das neuapostolische Grossereignis 'Stammapostel-Wechsel' zu berichten.
Dieser Artikel ist keine offizielle Veröffentlichung der Neuapostolischen Kirche, sondern widerspiegelt nur die persönliche Meinung des Verfassers basierend auf den ihm vorliegenden Informationen. Das Anbringen eines Links von einer anderen Website auf diese Seite ist gestattet. Jedoch ist jede Art der Wiedergabe - auch auszugsweise - ohne ausdrückliche Zustimmung des Autors und Rechteinhabers R.M. untersagt.

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