Gottesdienste in der neuapostolischen Kirche

Der regelmässige Besuch der Gottesdienste ist für viele neuapostolische Christen fester Bestandteil des christlichen Lebens, bieten sie doch Gelegenheit zur Gemeinschaft mit Gott und den anderen Gemeindemitgliedern. Gottesdienste vermitteln immer wieder neue seelische Kräfte und geben uns auch Trost und Hoffnung für die Tage, in denen es nicht so läuft, wie wir uns das eigentlich wünschen.
Übrigens, unsere Gottesdienste stehen allen interessierten Menschen offen. Überzeugen Sie sich doch auch einmal selbst, wie wohltuend sich Ruhe und Seelenfrieden in der heutigen Zeit auswirken können.
Neuapostolische Gottesdienste sind liturgisch einfache Wortgottesdienste, in denen das Wort - also die Predigt - zusammen mit Musik (Chor, Orchester und Gemeindegesang) breiten Raum einnimmt. In jedem Gottesdienst wird auch das Heilige Abendmahl gefeiert.
Ablauf eines Gottesdienstes
Vor dem Gottesdienst spielt die Orgel oder ein Orchester einstimmende Musikstücke, bei Festgottesdiensten trägt auch der Chor ein Lied vor. Neu ankommende Gottesdienstbesucher verrichten in der Regel im Sitzen ein kurzes stilles Gebet, in dem sie Dank und Bitten bewusst auch "auf den Altar legen".
Der Gottesdienst selbst beginnt mit einem stehend gesungenen Gemeindelied. Während dieser Zeit betritt der dienstleitende Amtsträger (meist ein Priester) zusammen mit weiteren schwarz gekleideten Amtsträgern den Kirchensaal und begibt sich an den Altar.
Nach dem Eingangslied bleibt die Gemeinde stehen, der Dienstleiter spricht ein Gebet und liest danach eine Bibelstelle vor. Dann erst setzt sich die Gemeinde und Chor oder Orchester tragen ein Lied oder ein Musikstück vor.
In der nun folgenden freien Predigt wird das vorgelesene Bibelwort auf unsere heutige Zeit und Situation bezogen ausgelegt. Der Dienstleiter - es ist immer ein Laienprediger - verwendet dabei kein Manuskript, denn neuapostolische Amtsträger vertrauen darauf, dass der Heilige Geist während der Predigt wie in der Urkirche das notwendige göttliche Wort offenbart. Zur Vorbereitung der Predigt erhalten sie von der Kirchenleitung lediglich das Bibelwort und dazu einige weiterführende Gedanken eines Apostels, die sie in ihrer individuellen Vorbereitung verarbeiten.
Nach ca. 15 - 20 Minuten ruft der Gottesdienstleiter meist einen oder zwei weitere Amtsträger zu einer kurzen Mitpredigt auf. Dieses sogenannte "Mitdienen" wird in der Regel durch den Chor oder das Orchester musikalisch eingeleitet.
Nach der Predigt betet die Gemeinde stehend gemeinsam das 'Unser Vater'. Daran anschliessend verkündet der Dienstleiter die Sündenvergebung, bevor dann als Höhepunkt jedes Gottesdienstes gemeinsam das Heilige Abendmahl (an dem auch Kinder teilnehmen dürfen) gefeiert wird. Die ausgesonderten Hostien werden von Priestern vor dem Alter ausgeteilt, die Gottesdienstbesucher zirkulieren dabei im Mittelgang zum Altar und in den Aussengängen zurück an ihre Plätze und verrichten dort ein kurzes stilles Gebet im Sitzen. Meist singt die Gemeinde während der Abendmahlsfeier im Sitzen ein Lied, manchmal jedoch spielt auch nur die Orgel leise eine Melodie.
Nach einem weiteren kurzen Gebet und einem Schlusssegen wird der Gottesdienst mit einem gemeinsam stehend gesungenen Lied oder einem Vortrag von Chor oder Orchester beendet.
Ungewohnt für nicht-neuapostolische Gottesdienstbesucher
Wer erstmals einem neuapostolischen Gottesdienst bewohnt, dem erscheint einiges vielleicht etwas ungewohnt.
Da fallen z.B. gleich beim Betreten der Kirche die sogenannten "Türhüter" auf. Das sind nicht etwa "Billett-Kontrolleure", sondern Helfer. Sie richten vor dem Gottesdienst den Kirchenraum und den Altar her, begrüssen Ankommende, reichen den Besuchern Gesangbücher, helfen Betagten oder Behinderten, geben Auskünfte, finden meist auch in einer bereits gut besetzten Kirche noch einen freien Platz und verrichten vor, während und nach dem Gottesdienst weitere Helferdienste.
Die ungewohnten Geräusche und das Vorbeihuschen "kleiner Leute" unmittelbar vor der Predigt - nun, das sind die Kinder, die zusammen mit ihren Betreuern den Kirchensaal verlassen und mehr der weniger stürmisch zur Sonntagsschule, die in einem Nebenraum stattfindet, rennen. Sie kommen kurz vor der Abendmahlsfeier wieder zurück in den Kirchenraum.
Der eine oder die andere erstmalige TeilnehmerIn erschrickt möglicherweise, wenn sich die ganze Gemeinde unerwartet und trotzdem wie auf Kommando zu einem Gebet oder zum Singen eines Liedes erhebt. Nun, neuapostolische Gottesdienste sind seit Jahrzehnten liturgisch gleich; die meisten Gottesdienstbesucher kennen den Ablauf genau. Deswegen unterlässt es (leider) der Dienstleiter meist, entsprechende Hinweise zu geben. Die vorstehende Beschreibung des Gottesdienstablaufes hilft Ihnen hoffentlich ein wenig, sich etwas auf diesen Ablauf einzustellen.
Am Ende des Gottesdienstes verlassen viele Teilnehmer den Kirchenraum nicht direkt, sondern gehen nach vorne zum Altar, um sich von den dort stehenden Amtsträgern zu verabschieden und dabei vielleicht noch schnell die Bitte um ein unterstützendes Gebet anzubringen oder einen Gruss auszurichten oder ...









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