Grüezi liebe Leser
Der Dirigent, Tobias Heinrich aus Berlin, kommt in regelmässigen Abständen in die Schweiz, um unsere Dirigenten zu schulen und den Chor der Neuapostolischen Kir¬che Bad Ragaz zu unterrichten. Im Frühjahr 2010 hatten die Dirigenten plötzlich die Idee einen Workshop in Berlin durchzuführen. Und ein Jahr später war sie umgesetzt.

Ca. 25 Reisende flogen nach Berlin: Chorsänger mit Partner und Familie.
Am Donnerstagabend, 08.04.2011 fand bereits das erste Treffen mit dem Berliner Chor statt. Nicht die Stimme wurde geschult, sondern der Magen wurde kulinarisch verwöhnt.

Es galt unser Schwyzerdütsch auf Hochdeutsch umzustellen. Grüezi wandelte sich zum Guten Tag, Merci vielmols zum Danke schön. In der Beiz (Restaurant) wurde keine Stange, sondern ein Berliner Bier bestellt. Dann gab es da noch Härdöpfel (Kartoffeln), Rüebli (Möhren) und Glace (Eis). Und am Schluss: "Isch's guat gsi?" = "hat's geschmeckt?" konnten wir einfach nur JA sagen.
Am Freitag, 08.04.2011 erkundeten wir gemeinsam Berlin.

Während der ca. 3-stündigen Schnitzeljagd galt es verschiedene Aufgaben zu lösen. Die Neugier für Berlin war geweckt, Kreativität und Geistesblitze waren gefragt. Nachdem wir die ominöse Telefonnummer herausgefunden hatten, wurden wir aufgefordert einen 4 Zeiler zu dichten. Im ‚Grind‘ surrten die Worte hin und her und bald war zwischen Schweiz und Berlin ein Bogen geschlagen, indem 3 wunderschöne Gedichte entstanden. Damit wurde auch die Gruppendynamik und die Gemeinschaft gestärkt. Auch der Eifer beim Tausch einer farbigen Büroklammer war umwerfend.




Unser Hauptziel war aber der Chorworkshop. So machten wir uns am Samstag zu unserer Kirche nach Schöneberg auf, um mit ca. 50 Sängern zu üben. Die 3 Stunden vergingen wie im Flug und unsere Liedvorträge waren vielleicht nicht immer perfekt, aber dafür mit viel Begeisterung und Liebe vorgetragen. Auch haben wir in Bad Ragaz bereits gelernt, dass man nicht selig, sondern selich singt. Aber das nur ein kleines Detail zur Aussprache. Singen macht hungrig. Die Berliner Sänger ver-standen es ausgezeichnet uns zu stärken und luden uns zu einem Grillplausch in den Kirchengarten ein. Das Gelernte wurde dann am Sonntag, 10.04.2011 in einem Gottesdienst vorgetragen. Es war für uns einmalig, ein Teil des Chores zu sein und wir gaben alle unser Bestes, so dass die vorgetragenen Lieder himmlisch klangen. Auch das Solo, begleitet durch die Orgel, das Geigenduett, der Frauenchor und die Singgruppe waren ein Ohren¬schmaus. Im Gottesdienst wurde auch ein Beispiel der Chemie angespro¬chen. Ich kann sagen, dass die Chemie zwischen dem Berliner und dem Bad Raga¬zer Chor stimmig war, dass man nur noch stuune (staunen) konnte!

Deshalb freuen wir uns heute schon, die Berliner im 2012 in Bad Ragaz herz¬lich willkommen zu heissen.

Ich möchte an dieser Stelle unseren Organisatorinnen von Herzen für die vielen Vorbereitungen danken. Durch die gute Organisation war schlussendlich eine unvergesslichen Reise möglich.
Uf wiederluege mitenand (Auf Wiedersehen zusammen)
Für den Text: Almut Haitz
Für die Bilder: Heiko Spitzbarth
Veröffentlicht am 12.05. 2011 23:03