Verlautbarung der NAK zur Evolutionstheorie

Die nachfolgende wiedergegebene Verlautbarung der Projektgruppe Wissenschaft und Glaube der Neuapostolischen Kirche International dürfte in der neuapostolischen Christenheit unterschiedlich aufgenommen werden. Auf der einen Seite stehen viele, wohl meist jüngere Mitglieder unserer Kirche, für die eine Stellungnahme im Sinne dieser Verlautbarung schon lange überfällig war.
Andererseits dürften jedoch manche (wohl meist ältere) neuapostolische Christen mit den nachstehenden Aussagen doch einige Mühe bekunden, glaube(t)en doch viele von ihnen bisher unter anderem auch an die alte jüdische Zeitrechnung des Rabbi Jehuda aus dem 3. Jahrhundert: 6000 Jahre zählt die Welt, davon sind 2000 Jahre Wirrnis, 2000 Jahre Weisung und 2000 Jahre messianisches Zeitalter.

Kernaussage der NAK zur Evolutionstheorie
Die Neuapostolische Kirche (NAK) sieht in der Evolutionstheorie keine geeignete Erklärung für die Schöpfung, weil diese Theorie Gott als Schöpfer in ihre Betrachtungen nicht einbezieht. Dagegen sieht sie in den wissenschaftlichen Erklärungen zur Evolution (d.h. der Fortentwicklung in der belebten und unbelebten Natur) keinen Widerspruch zu den Aussagen der Bibel und damit zu ihrer Lehre.
Erläuterungen:
  • Die Evolutionstheorie beschreibt zwar die Gesetze, nach denen die Evolution abläuft, gibt aber keine Erklärung zur Ursache der Schöpfung, weil sie einen Schöpfer nicht in ihre Betrachtungen einbezieht. Sie kann jedoch einen Schöpfer auch nicht ausschliessen.
  • Gott hat durch sein Wort alles geschaffen und eine umfassende gesetzmässige Ordnung in seine Schöpfung gelegt. Daraus ergibt sich eine Evolution als Entwicklung nach den von Gott gegebenen Naturgesetzen.
  • Biblische Schöpfungstage verstehen wir nicht als Erdentage mit 24 Stunden, sondern als nicht näher bestimmte Zeitabschnitte, die sehr lang gewesen sein können.
  • Wissenschaft und Glaube definieren den Menschen unterschiedlich:
    • Die Bibel spricht nur von dem Menschen, der zum Bild Gottes geschaffen wurde und damit in seinem geistigen Wesen eine unsterbliche Seele ist.
    • Hingegen definiert die Evolutionstheorie den Menschen anders, nämlich durch biologische Eigenschaften.
    • Die Bibel befasst sich nur mit dem beseelten Menschen und macht zu den verschiedenen, durch Funde belegten biologischen Menschenarten keine Aussagen.
  • Die Bibel berichtet, dass Gott in einem einzigartigen Schöpfungsakt das geistige Wesen des Menschen als unsterbliche Seele bereitete.
  • Aus den Genealogien der Bibel lässt sich nicht ableiten, dass die Menschheit erst seit etwa 4000 Jahren vor Christus existiert. Es ist daher denkbar, dass der heutige Mensch (Homo sapiens sapiens) von Anfang an ein beseelter Mensch war, möglicherweise schon vor über 130'000 Jahren
Verlautbarung herausgegeben von der Neuapostolischen Kirche International - Projektgruppe Wissenschaft und Glaube 2004




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